Hallo liebe Leser,
heute will ich einen kleinen Einblick in den Kurs in Wundern geben oder zu mindestens mal die grobe Stoßrichtung dieser tiefenpsychologischen Bibel 2.0 darstellen.

Vielleicht ist es erstmal interessant zu fragen, warum eine weitere Bibel nötig war? Meiner Ansicht nach war es an der Zeit, dass ein heiliges Buch der, vor allem im letzten Jahrhundert, geradezu sprunghaft angewachsenen psychosozialen und emotionalen Intelligenz in der Bevölkerung entgegenkommt.

Das Kernthema des Kurs in Wundern ist: die Unterscheidung zwischen dem was Wirklichkeit und dem was Illusion ist. Oder wie der Kurs sich selbst zusammenfasst: Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. hierin liegt der Frieden Gottes.

Dann fragen wir doch mal ganz einfach was ist die Wirklichkeit?
Die Wirklichkeit ist Gott und jeder von uns ist ein Sohn Gottes und damit Teil von Gott und mit ihm und uns gegenseitig in bedingungsloser Liebe verbunden. Hier in der Wirklichkeit sind wir alle unschuldig. Und es gibt nur die absolute Wahrheit in der Liebe Gottes. Keine Wahrnehmungen, Keine Perspektiven, keine Symbole, keine Zeit, keine Schuld und kein Urteil. Darin liegt der Frieden Gottes.

Aus dem oben angesprochenen kann man schon erahnen was unwirklich ist: Die Trennung von Gott. Also unser Glaube getrennt von Gott und ebenso von unseren Brüdern (allen Mitmenschen und auch Mitlebewesen) zu sein. Unwirklich ist damit auch dieser Körper, den jeder von uns bewohnt, sowie die ganze Welt um uns herum. Die Welt aus Schmerz und Lust und Angst und Drama und Verliebtsein und Ekel und Abscheu und Beton und schönen Sonnenuntergängen. Ja, das ist alles nicht die Wirklichkeit, hier gibt es Urteil, Ungerechtigkeit, Krieg, Seuchen, Folter und emotionale Kälte.

Da schließt sich natürlich, wie eh und je die Theodizee-Frage an: Wieso konnte Gott uns so eine schreckliche Welt zu erschaffen, wenn er doch voll bedingungsloser Liebe ist?
Und die Antwort ist so einfach wie verblüffend: Gott weiß gar nichts davon, dass es diese Welt gibt, hat sie folglich nicht erschaffen und kann daher auch nicht per Theodizee von nervigen Philosophen zu Boden gezwungen werden.

Ok, wenn Gott nichts mit dieser Welt zu tun hat woher kommt dann der ganze Mist?
Hierfür ein kleiner Ausflug in den Ursprungsmythos des Kurses:
In der Liebe Gottes eingebettet begann ein Teil seiner Sohnschaft (wir Menschen) über die Frage zu kontemplieren wie es wohl wäre von Gott getrennt zu sein und es wollte von der Sohnschaft erfahren werden, wie es wohl sei von Gott getrennt und der eigene Herrscher zu sein. Hier wird dann die Metapher des Traumes verwendet. Die Sohnschaft fiel in der Kontemplation über die Trennungsfrage in einen Traum und träumte davon von Gott getrennt zu sein. In diesem Traum geschah der Urknall und der Urknall war das Erschrecken des Sohnes darüber, dass er wirklich von Gott getrennt sei (obgleich er es nicht ist). Das heißt: im Erschrecken darüber empfand der Sohn eine immense Schuld darüber, dass er sich von Gott losgesagt und die Trennung wirklich vollzogen hat. Das Wirklichnehmen dieser Trennung und das Wirklichnehmen der Schuld, ist, wenn man so will, die Ursünde – wobei Sünde im Kurs ebenso zum Unwirklichen gezählt wird. Und was ist dann wohl eine der menschlichsten Regungen, die der Sohn Gottes zeigt? Er schaut weg. Er fühlt, dass die Schuld da ist und will aber nicht nach hinten in sein Unterbewusstsein schauen sondern lieber geradeaus, nach vorn und er beginnt nun sich dieses Universum der Unterscheidungen und Symbole, der Vielfalt der Emotionen, von Gut und Böse und Hinterhalt und Spektakel zu projizieren. Genau. Er erschafft es nicht in Wirklichkeit, sondern um der Schuld zu entrinnen projiziert er sich seine eigene Welt. In der es so viele Trennungen wie Unterscheidungen gibt.
Und wie das so ist mit dem Leben hier, egal wie sehr man vor seinen Themen weg läuft, früher oder später schlagen Sie einem um so schwerer ins Gesicht. Und ebenso ist es mit dem Gottessohn, der seine Schuld, sie verdrängen wollend, unterbewusst in diese Welt miteinspeist. Seine unterbewussten Gefühle, die Ängste, die Schuld, die Scham, und alles was wir im Leben getan haben, alle Akte der Trennung erinnern uns an die Ursprüngliche „Trennung“ und was tun wir? Wir schauen lieber woanders hin, dahin wo wir glauben, dass es schöner ist. Wir sehnen uns nach der ewigen Liebe Gottes doch alles hier unten ist vergänglich. Alles was wir hier erschaffen wird früher oder später zerstört oder belanglos. Wir versuchen besonders zu sein um uns die Liebe Gottes auf allen erdenklichen Wegen wieder zurückzuholen. Wir ringen mit unserem Ego, dass uns nur weiterhin von Erfüllung zu Enttäuschung peitscht.

Aber der Kurs sagt ja nicht: ´so sieht es aus, viel Vergnügen ihr Trottel´, sondern er gibt einen Weg hinaus. Und dieser Weg ist gepflastert mit Wundern.
Doch was versteht der Kurs unter einem Wunder?
In diesem Traum in dem der Gottessohn nun steckt, existiert ja die Zeit. Und der Gottessohn, aka wir, haben nun die Wahl, weiterhin das Spiel des Ego mitzuspielen oder auf den Heiligen Geist (der Heilige Geist ist der Mittler zwischen Gott und dieser Welt) zu hören und den Weg hinaus zu wählen. Der Weg hinaus führt dahin, dass wir wieder in die Zeit- und Bedingungslose Liebe Gottes zurückkehren. Sobald wir den Kurs und damit den heiligen Geist wählen gilt es sich der Projektion gewahr zu werden und zu verstehen, dass wir ein enorm schlechtes Gewissen haben und dass alles was wir hier sehen, in diesem Traum, zeuge des (unwirklichen) schlechten Gewissens ist. Alles was uns folglich in unserer alltäglichen Wahrnehmung aus dem Frieden reißt, alle Wut, Angst und die Ressentiments, sind ein Zeuge unseres schlechten Gewissens.
Und das Gute daran: wir können etwas dagegen tun. Wir können vergeben. Und zwar auf eine besondere Art und Weise. Sobald nun im Alltag eines dieser schwierigen Gefühle auftaucht, vergeben wir unserem Gegenüber (Bruder) dafür, was er nur scheinbar getan hat, denn in Wirklichkeit ist er ja auch nur ein unschuldiger Träumer des Traumes der Schuld. Ihm wirklich zu vergeben hieße der Schuld Wirklichkeit zu verleihen und damit wieder zwei Schritte zurück zu gehen. Wenn wir es schaffen unserem Bruder auf diese Art und Weise zu vergeben, dann lösen wir etwas von unserer „für wirklich genommenen Schuld“, die uns davon abhält ihn bedingungslos zu lieben, auf. So schaffen wir es, die Welt mit weniger Leid und mit mehr Frieden zu sehen. Das ist es, was der Kurs in Wundern ein Wunder nennt. Das Wunder ist der durch das Auflösen der vermeintlichen Schuld gewonnene Perspektiv-wechsel: Dieser Wechsel der Sichtweise lässt somit die projizierte Welt weniger schuldvoll werden und gleicht sie somit Stück für Stück der liebevollen absoluten Wahrheit Gottes an.
Je mehr wir also Wunder begehen, das heißt selbst vergeben und anderen helfen zu vergeben, desto mehr gleichen wir unsere Projektion dieser Welt der absoluten liebevollen Sicht Gottes an. Und das tun wir solange, bis wir die Für-Wahr-Genommene Schuld der Trennung von Gott vergeben können und wieder in der zeitlosen ewigen göttlichen Liebe aufwachen. Die Zeit hier ist also von Nöten, damit wir lernen unsere Schuld zu lösen und unsere Perspektive wieder der von Gott gleich zu machen. Mit dem „wundervollen“ Perspektiv-Wechsel lösen wir so unser Bedürfnis für Zeit nach und nach auf bis wir die Perspektive komplett angeglichen haben und wieder ganz Teil Gottes sind.

Der Kurs ist damit der christliche Pfad zur Erleuchtung, sowie es Meditation oder Yoga im östlichen Kontext sind.

Literaturempfehlung: Die Illusion des Universums von Gary R. Renard und natürlich der Kurs in Wundern selbst: www.acim.org  und die Bücher von Kenneth Wapnick. Eine Präzise Zusammenfassung zur Theorie des Kurs in Wundern gibt es hier (auf englisch):
https://facim.org/online-learning-aids/theory/


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